Nachruf Jörg Meemann (01.05.1954 – 1.01.2024) + PODCAST

Erinnerungen

Andreas Knäbel

Lieber Jörg,
Du warst Gründungsmitglied des Milchhof e.V. und Urgestein. Du hast für diesen Ort der Künste gekämpft. Als Autodidakt hast du dir unglaubliches Expertenwissen angeeignet: Töpfern, Keramik, Metallverarbeitung … und dann hast du auch noch die Zeichnung auf Cellan erfunden. Ich denke zurück an die Anklamer Straße: dein Wohnort war zugleich Arbeitsbereich als auch immer ein Treffpunkt für Begegnung und Austausch. Auch in der Schwedter Straße stand deine Tür so oft offen, selbst als Krankheit dich zeichnete.
Du hast die Kunst gelebt – Kunst war dein Lebensmittel.
Du hast mein Leben bereichert.

Dein Freund und Kollege Andreas

Manfred Fuchs
Auf dem alten Milchhof gab es immer einen guten Kaffee bei Jörg, Tomaten auf dem Dach, seine kleine Wohnung, lausig kalte Winter. Daneben sein Atelier, geheizt wurde mit klein gesägten Paletten und ab und an ein Brikett. Entweder lief die Flex oder das Schweißgerät. Jörg mit Schweißerschürze und -brille inmitten von Stahl und Plastiken – immer bereit für einen Gespräch über Kunst und den Verein. Vor unserer gemeinsamen Zeit auf dem Milchhof hatte Jörg eine Töpferwerkstatt und wusste, was es heißt allein zu arbeiten und welchen Wert eine Ateliergemeinschaft hat. Jörg war ab 1998 im Vorstand und hat den Keller – den riesigen Kühlkeller von Nordmilch – einen inzwischen undenkbaren Veranstaltungsraum, verwaltet. Man traf sich auf dem Hof – mit Günther, Evi, Herbert und den anderen. Jörg, Andreas, Tom und ich organisierten Ausstellungen und Veranstaltungen im Pasteur und Keller, und hielten die Stellung. Wir hofften die Zeit und der Milchhof dort könnte stehen bleiben. Die 90 ger Jahre waren ein wunderbare Zwischenzeit mit unendlichen Möglichkeiten und Freiheiten. – wir haben sie genutzt. Es war unsere Zeit.
Wir waren Freunde.

Manne Januar 2024

Silvia Nettekoven
Jörg kannte ich schon in 80gern, als wir noch in Schöneberg lebten, er hatte damals sein Atelier am Gustav-Müller-Platz. Seit den Anfängen des Milchhofes waren wir befreundet. Es war eine tolle Zeit damals, Anfang der 90er, als wir unsere Ateliers in der Anklamer Strasse instand gesetzt und renoviert haben. Jörg war immer humorvoll und hilfsbereit, auch in den letzten Jahren, als es ihm gesundheitlich nicht mehr so gut ging. In der letzten Zeit habe ich meist erstmal bei Jörg reingeschaut, bevor ich in mein Atelier hoch gegangen bin, es war immer schön mit ihm zu reden, und meist gab es auch was zu lachen. Ich werde ihn sehr vermissen.

Torsten Prothmann
Jörg war für mich ein Kollege im besten Sinne des Wortes. Das gemeinsame Ausstellen und Helge Schneider hören, gehörte dazu. Sein Lächeln war sehr liebenswürdig. Jahre lang hing am Fensterkreuz seines Ateliers ein kleiner Zettel mit dem Datum 2. März. Das ist mein Geburtstag, das fand ich rührend. Ich werde wohl hoffentlich immer am 1. Mai an seinen Geburtstag denken und an Jörgs „Anspruch“, den Milchhof als Verein(-igung) zu leben und fortzuführen.

PODCAST Marc Gröszer im Gespräch mit Jörg Meemann

© Foto: Tim Schnetgöke

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