artothek berlin – Dialoge 2023

Die Broschüre zum Programm artothek berlin – Dialoge 2023 im PDF Format

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Rückblick:

artist talk mit Carlos Silva am 10.06.2023 I 15:00 Uhr

Moderation: Julia Brodauf (Künstlerische Leitung artspring Festival) und Gast Marcus Nitschke (Leiter Galerie treppe b/ Förderverein Corbusierverein e.V.)

Wo: Janusz-Korczak Stadtbibliothek Pankow  · Berliner Str. 120 · 13187 Berlin

"Modulor" © Carlos Silva
„Modulor“ © Carlos Silva

Carlos Silva – als Architekt in Cali/Kolumbien ausgebildet – setzt sich malerisch und räumlich mit dem von Le Corbusier konzipierten anthropometrisches Maßsystem „Modulor“, auseinander. Seine im Corbusierhaus / Galerie treppe b ausgeführten Wandmalereien und dort in der Ausstellung gezeigten Werke lassen den „Modulor“ in seinen menschlichen Dimensionen sinnlich erfahrbar werden. Feine Lavuren stehen im Kontrast zu exakt ausgeführten Kreisen und Bögen, in den letzten Jahren freihand ausgeführt, experimentiert Silva neuerdings mit (selbstgebautem) Zirkel und dem Zirkelschlag. Trotz der Annäherung an eine mathematische Perfektion behalten seine Werke immer ihren organischen Charakter. Die Maßtheorie Le Corbusiers und die malerische Praxis Silvas stehen zueinander in Beziehung und ermöglichen eine neue kritische Befragung des Materials.

Die Gesprächsreihe „artothek berlin – Dialoge 2023“ wird ermöglicht mit Förderung der Stiftung Kunstfonds.

Weitere Informationen dazu im Magazin der artothek berlin: Beitrag MODULOR von Ulrike Pennewitz.

Das Gepräch begleitet die Ausstellung „MODULOR“ im Corbusierhaus Berlin (noch zu sehen bis 31.08.). Der nächste Veranstaltungstermin/ artist talk mit Carlos Silva findet am 29.06. um 18:00 Uhr in der Galerie treppe b statt.

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Neue Künstler:innen der artothek berlin | 23. 05. – 04. 06. | Vernissage 23. 05. | 19:00 Uhr

Ausstellung im Pavillon © Tim Schnetgöke

Die Ausstellung im Pavillon am Milchhof in der Schwedter Straße 232 zeigt Werke aller Neuzugänge und ist Teil der von Stiftung Kunstfonds geförderten Reihe artothek berlin – Dialoge 2023, mit der die artothek berlin ihre Arbeit in der Öffentlichkeit vorstellen möchte. Mit den Künstler:innen Sonja Arz, Christine Falk, Chris Kamprad, Tingwei Li, Chus López Vidal, Sean Smuda, Lara Wilde, Markus Willeke.

Alle neuen Künstler:innen wurden im November 2022 von einem Kuratorium bestehend aus – Lena Prents / Leitung Galerie Prater und des Bereichs Bildende Kunst des Bezirksamts Pankow, Ricarda Vinzing / Leitung Graphothek Berlin, Jürgen Köhler / Künstler, Inken Reinert / Team artothek berlin – ausgewählt. Wir freuen uns, die Künstler:innen zum artspring Festival 2023 in einer Ausstellung präsentieren zu können.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie hier im Magazin der artothek berlin.

Foto 1: Markus Willeke © Susanne Gupta

Workshop – Präsentation
Folgen des Kolonialismus in der gegenwärtigen Kunstpräsentation 17.05.-21.05.2023
Eröffnung: Mittwoch, 17.05.2023 I 19 Uhr

Die Ausstellung „Folgen des Kolonialismus in der gegenwärtigen Kunstpräsentation“ versammelt Arbeiten der teilnehmenden Künstler:innen und Ergebnisse aus dem Workshop, der im Oktober 2022 mit einer Förderung der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Volkshochschule Weißensee durchgeführt wurde. Eine Videodokumentation zum Workshop der artothek berlin und weitere Informationen finden sich im Magazin auf: www.artothek.berlin.

Pavillon am Milchhof:

Beate Spitzmüller: Botanische Gärten und Kolonialismus
Sujatro Ghosh: The Cow Mask Project / „Do women need to be cows in order to feel safe in this country? (Hindunationalismus und Kolonialismus)
Maja Spasova: Sklaverei und Kolonialismus
Susanne Gupta: Uplifting Art – Philomena Tirkey / Klassifikation und Kolonialismus

Programmpunkte:

 36h Sit-out mit Marc Gröszer. HideoutTV sitzt etwas aus – vom    19.05. I 12:00 Uhr bis 20.05.23 I 23:00 Uhr im Gestrüpp hinter dem Pavillon am Milchhof.

Ist die Kunst dekolonisierbar? War die Leipziger Lumumba-Büste von Rudolf Oelzner besser als die von Jenny Mucchi-Wiegmann? Wer war/ist nochmal dieser Joseph, wann fällt der eurozentristische Blick auf sich selbst zurück und was hat das alles mit der Documenta zu tun? Dies und mehr soll verhandelt werden, bei Kaffee, Kuchen, Brause … Wer nicht das Wort ergreifen will: recherchiert in der Leseecke oder greift zu Zeichenzeug und Modellierton. Alle sind eingeladen!

Performance Tuli Mekondjo © Tim Schnetgöke

Performance „Ousie Martha“ mit Tuli Mekondjo, die derzeit als Stipendiatin des DAAD in Berlin ist. Anhand von fotografischem Archivmaterial beschäftigt sich die namibische Künstlerin aus Windhoek mit der Wiederherstellung, Aneignung und Würdigung historischer Subjektivitäten. Termin: Samstag, 20.05.23 I 19:00 Uhr im Pavillon am Milchhof

„Ousie Martha“ is a performative reflection on images and sound archives found in the Basler Afrika Bibliographien and from the MARKK Museum Archives. With this performance the artist honours and channels the spirits of Namibian women who labored as domestic workers during the colonial and apartheid eras. Drawing on histories of change, loss and submission – particularly when it comes to women – Mekondjo stitches between past and present. She pays homage to her forebears, fertility and continuity, whilst commenting on gendered struggle, intergenerational trauma, and displacement. In many recent works, the artist positions herself in dialogue with her ancestors, directly acknowledging their pain, whilst referencing multiple African folklore traditions. Spirituality is an increasingly important element in her work and Mekondjo extends her textured media into performance.

Videofilm: „South Africa: paradigm cataclysm“. Die Performance von Anne-Britt Rage liegt an dem Schnittpunkt zwischen Critical Whiteness Theorie, persönlicher Erzählung und akademischer Analyse mit Schwerpunlkt auf Kolonialismus und zeitgenössischer, südafrikanischer Geschichte. Termin: Sonntag, 21.05.23 I 11:00 Uhr

Ein Interview mit Prof. Susanne Leeb / „Die Kunst der Anderen“ finden Sie im Magazin der artothek berlin

www.artothek.berlin.

Foto © Niklas Marc Heinecke

artist talk mit Chus López Vidal am 13.05.2023 I 11:00 Uhr

Moderation: Jan Gottschalk (Leiter artspring Festival und Marc Gröszer (Maler, Bildhauer)

Wo: Janusz-Korczak Stadtbibliothek Pankow  · Berliner Str. 120 · 13187 Berlin

„Fotografien, so behauptet Virginia Woolf in ihrem Essay „Drei Guineen“, „sind kein Argument; sie sind eine einfache Feststellung von an das Auge gerichteten Tatsachen“. Das, so kann man annehmen, gilt im allgemeinen bis zur Erfindung von Photoshop und Chat GTB.

Seht her, sagen die Fotos aus Butscha, Kabul, Khartum oder Jemen, so sehe ich aus! Susan Sonntag zitiert Woolf in ihren berühmten Buch „Das Leiden der anderen betrachten“ „Wem diese Bilder nicht weh tun, wer vor ihnen nicht zurückschreckt, wer sich bei ihrem Anblick nicht gedrängt fühlt, die Ursache für die Verwüstung, dieses Blutbad aus der Welt zu schaffen – der reagiert nach Virginia Woolfs Meinung wie ein moralisches Monstrum.“ Oder wir sind dieser Realität nicht gewachsen gewesen.

„Butscha“ © Chus López Vidal

Kriegsbilder sind zugleich: objektive Wiedergabe und persönliche Aussage. „Bei Greuelfotos wollen die Leser/Betrachter das Gewicht der Zeugenschaft ohne jede Beimischung von Kunst, die sie mit Unaufrichtigkeit oder Erfundenem gleichsetzen“. Das genau möchte ich mit meiner Kunst vermeiden. Das ist Kunst, aber ich erfinde nichts Neues, ich stelle es auf eine ästhetisch schöne, künstlerisch anerkannte Weise dar, so dass die Betrachter einen zweiten Blick darauf werfen können „ohne ein billiges Mitgefühl und vorschnelle Identifikation – ein Verdacht, dem heute alle weiterverbreiteten Bilder, die Leiden zeigen, ausgesetzt sind“. (Chus López Vidal)

Bildtitel: Butscha © Chus López Vidal

www.chuslopezvidal.org

Die Gesprächsreihe „artothek berlin – Dialoge 2023“ wird ermöglicht mit Förderung der Stiftung Kunstfonds.

artist talk mit Christine Falk am 2.04.2023 I 15:00 Uhr

Moderation: Jan Gottschalk (Leiter artspring Festival und Marc Gröszer (Maler, Bildhauer)

Wo: Janusz-Korczak Stadtbibliothek Pankow  · Berliner Str. 120 · 13187 Berlin

gelb, blau, Architektur, Stadraum
© Christine Falk

Christine Falk, 1962 in Berlin geboren, studierte Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und war 1997 Meisterschülerin bei Prof. W. Liebmann. Ihre Malerei war und ist mit Reisen in andere Kulturen und der Auseinandersetzung mit der dortigen kulturell geprägten Architektur sowie der Auseinandersetzung mit heimischer Architektur verknüpft.

Malerei zwischen Abstraktion und Wirklichkeit, ausgehend von den Wurzeln der klassischen Moderne. Auf der Suche nach der Essenz eines Ortes, eines Augenblicks in einer von Menschen gestalteten Welt. Die fast konstruktiven Kompositionen, stark abstrahierte Architekturausschnitte leben von einer musikalischen Balance zwischen schlichter Flächigkeit, seriellen Details und ausgewogener Farbigkeit. Artist-Residenzen in China, Thailand, Japan, Indonesien und der Südsee sowie zahlreiche Recherchereisen.

 

       

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Videodokumentation

Workshop „Folgen des Kolonialismus in der gegenwärtigen Kunstpräsentation“ 2022
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